Christoph Rüter Filmproduktion

Jetzt bin ich allein

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Jetzt bin ich allein


Der Schauspieler Ulrich Mühe

Regisseur: Christoph Rüter.
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Französisch
Region: Alle Regionen
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Produktionsjahr: 2008
Laufzeit: 60 Minuten
Preis: 20,00 Euro

Ulrich Mühe ist der Schauspieler des wiedervereinigten Deutschland.

Seine großen Rollen am Deutschen Theater bis 1991 sind unvergessen, seine Karriere im Westen brachte ihm mit seiner letzten Filmrolle einen Oscar.Das Publikum liebte und bewunderte ihn für die darstellerische Vielseitigkeit und enorme Authentizität, mit der er seine Rollen auf der Bühne, im Film und im Fernsehen mit Leben füllte.

Ulrich Mühes Leben und Werk ist ein Spiegelbild der deutschen Geschichte - auch in ihrer Zerrissenheit. Seine Erfahrungen in der DDR prägten sein Denken und Handeln entscheidend: »Das Leben der Anderen« war auch sein Leben. Viel zu früh ist nun dieses Leben zu Ende gegangen.

War ihm die DDR auf den Magen geschlagen, die den sächsischen Soldaten Mühe, die Mauer in Berlin bewachend, solange als Simulant abtat, bis es zu spät war für Medikamente und ihm zwei Drittel des Magens weggeschnitten wurde? Seine große Angst war, auf jemanden schießen zu müssen.

Menschen, die sich damals so einer Operation unterzogen, blieben krebsgefährdet. So auch Mühe. Er starb daran. An der DDR und ihren Spätfolgen. Stasi bis zum Schluss?

Ich lernte Ulrich Mühe 1989 bei den Proben zu Heiner Müllers »Hamlet/Maschine« am Deutschen Theater in Ost-Berlin kennen und drehte ungeahnt einen Dokumentarfilm nicht nur über die erstaunlichen Probenarbeiten, sondern auch über das Verschwinden der DDR: »The Time is out of Joint/Die Zeit ist aus den Fugen«.

Ulrich Mühe wünschte sich für seine Gedenkfeier in der Berliner Schaubühne neben »Funny Games« von Michael Haneke diesen Film. Das hat mich getroffen und berührt. Dieser ferne Gruß von Uli Mühe aus einer anderen Welt, sollte für mich zum Auftrag werden, einen Menschen und Schauspieler zu zeigen, der seinem Zweifel und seinen Fragen an die Welt auf der Bühne Ausdruck verliehen und seinem Publikum damit oft einen Spiegel vorgehalten hat.

»Wir würden das alles nicht mehr wissen, hätte damals nicht der Westberliner Regisseur Christoph Rüter gemerkt, dass hier nicht nur Theatergeschichte geschrieben wird, sondern etwas höchst Seltenes sich ereignete: die Zeit der Kunst und die Zeit der Politik fielen für einen Augenblick zusammen. Er hat einen sublimen Film über beides gemacht.«

Kerstin Decker, die tageszeitung, 2007

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