Christoph Rüter Filmproduktion

Thomas Brasch

 Deutsch

Thomas Brasch


Dichter, Schriftsteller, Filmemacher

Regisseur: Christoph Rüter.
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch
Region: Alle Regionen
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Produktionsjahr: 2005
Laufzeit: 30 Minuten
Preis: 20,00 Euro

Am 19. Februar 2005 (dem Todestag von Georg Büchner - das war Brasch wichtig) wäre Thomas Brasch (Todestag: 3. November 2001) sechzig Jahre alt geworden. Er führte ein atemloses Leben zwischen allen Fronten. Er schonte sich nicht. Sein früher Tod spricht Bände.

Thomas Brasch war der Sohn jüdischer Emigranten. Sein Vater, ein Metallarbeiter, wurde 1944 Mitglied der Exil-KPD. 1946 übersiedelte die Familie in die SBZ. Der Vater machte in der späteren DDR als SED-Funktionär, Staatssekretär sowie erster stellvertretender Minister für Kultur (1965-1968) Karriere. Braschs jüngster Bruder Klaus starb 1980 nach einer nur kurzen Schauspielerkarriere (»Solo Sunny«) dreißigjährig ebenso an Alkoholmißbrauch wie im Juni 2001 sein Bruder Peter (fünfundvierzig Jahre alt), der sich als Lyriker, Erzähler und Regisseur einen Namen gemacht hatte.

Der kurze Film will seinen Weg ansatzweise nacherzählen und beginnt auf der ehemaligen Kadettenschule in Naumburg, einer militärischen Einrichtung der NVA, die im Dritten Reich als Napola von den Nazis gegründet worden war. Braschs Weg war gekennzeichnet durch fortgesetztes Rebellentum. Sowohl an der Uni in Leipzig, als auch an der Filmhochschule in Babelsberg wurde er wegen »Verunglimpfung der DDR« rausgeschmissen. Er protestierte gegen den Einmarsch des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei, wurde von der Polizei gesucht und von seinem Vater verraten, verurteilt, ins Gefängnis gesteckt und zur ›Bewährung‹ ins Transformatorenwerk »Karl Liebknecht« abgeschoben, wo er zwei Jahre als Fräser arbeitete. Helene Weigel holte ihn ins Brecht-Archiv. Seine Stücke wurden in der DDR sofort verboten, 1976 unterschrieb er den Protestbrief gegen die Biermann-Ausweisung. Kurz darauf wurde er aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen und übersiedelte mit Katharina Thalbach in den Westen. Hier wurde der ›wilde Mann aus der DDR‹ schnell zum Star und reüssiert mit Theaterstücken, Prosa (»Vor den Vätern sterben die Söhne«) Gedichtbänden und Filmen. Nach langer Schreibpause erschien 1999 sein letztes Buch »Mädchenmörder Brunke«.

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